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Hintergründe

Migration, Diaspora und Entwicklungspolitik - Der entwicklungspolitische Schwerpunkt des Forums der Kulturen Stuttgart e. V.

Ausgangslage

Diasporagemeinschaften leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung ihrer Herkunftsländer durch Rücküberweisungen, entwicklungspolitisches Engagement durch direkte Investitionen oder durch die Rückkehr von hochqualifizierten Fachkräften, die ihr Wissen dort einsetzen.

Lange Zeit spielten aber MigrantInnen in der Entwicklungszusammenarbeit kaum eine Rolle.

Auch ihre entwicklungspolitischen Tätigkeiten wurden bisher in der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Diese Tatsache scheint sich in den letzten Jahren zu ändern. Heute gibt es Anzeichen, dass MigrantInnen zunehmend als Ansprechpartner in der Entwicklungszusammenarbeit angesehen werden. So fordert der Bundestag in der 16. Wahlperiode die Bundesregierung auf die [...] „Potenziale von Migrantinnen und Migranten für die Entwicklung der Herkunftsländer“[...] zu nutzen. Dabei wird auch die Förderung entwicklungspolitischer Aktivitäten der Diasporagemeinschaften angestrebt.

Ein großer Teil der MigrantInnen in Stuttgart kommt aus Entwicklungs-, Transformations- und so genannten Schwellenländern. Viele von ihnen bringen aus ihren Herkunftsländern hohe Qualifikationen mit, sind entwicklungspolitisch interessiert oder haben aufgrund ihres noch recht engen Bezugs zu ihren Herkunftsländern eine hohe Affinität zu entwicklungspolitischen Aktivitäten. Sie verfügen jedoch nur in wenigen Fällen über fundierte entwicklungspolitische Kenntnisse, Erfahrungen und Qualifikationen und haben bislang allerhöchstens punktuell Kontakt zu hiesigen entwicklungspolitischen Akteuren und Organisationen.

Entwicklungspolitisches Engagement des Forums der Kulturen Stuttgart e. V.  

Der Dachverband der Stuttgarter Migrantenvereine, das Forum der Kulturen Stuttgart e.    V., widmet sich im Rahmen seiner Arbeit seit Anfang 2007 schwerpunktmäßig auch der Vernetzung, Beratung und Qualifizierung von entwicklungspolitisch aktiven Migrantenvereinen.

Hierzu hat sich der Dachverband folgende Ziele gesetzt:

  • Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe entwicklungspolitisch interessierter
    MigrantInnen
  • Förderung und Stärkung ihrer spezifischen entwicklungspolitischen Potenziale
  • Stärkung sowie eine nachhaltigere und zielgenauere Gestaltung ihres entwicklungspolitischen Engagements
  • verstärktes Engagement von MigrantInnen als Multiplikatoren auf dem Gebiet der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit
  • Vernetzung und effektivere Zusammenarbeit entwicklungspolitisch engagierter MigrantInnen mit staatlichen, privaten und kirchlichen Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit.

Das Projekt „Diaspora und Entwicklungszusammenarbeit“

Um die oben genannten Ziele zu realisieren, wurde 2007 beim Forum der Kulturen Stuttgart e.V. die Projektstelle „Diaspora und Entwicklungszusammenarbeit“ eingerichtet, eine 50%-Stelle, die vom EED finanziell unterstützt wird. Mit der Projektstelle werden die entwicklungspolitisch aktiven MigrantInnen und Migrantenvereine vor allem bei folgenden Punkten unterstützt:

  • Beratung bei der Planung ihrer entwicklungspolitischen Projekte
  • Unterstützung bei der Suche nach Partnern und Geldgebern für ihre Projekte
  • Beratung bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit zu entwicklungspolitischen Zwecken.
  • Qualifizierungsmaßnahmen sowohl hinsichtlich entwicklungspolitischer Kompetenz als auch bezüglich Öffentlichkeitsarbeit, Finanzakquise

Arbeitskreis MigrantInnen und Entwicklungszusammenarbeit

Mitte 2007 wurde der „Arbeitskreis MigrantInnen und Entwicklungszusammenarbeit“ eingerichtet. Er besteht aus entwicklungspolitisch aktiven und am Thema interessierten Migranten (-Vereinen) aus Stuttgart und der Region. In dem Arbeitskreis werden regelmäßig entwicklungspolitische Themen behandelt. Vorbereitet und durchgeführt wird der Kreis von sachkundigen ReferentInnen und in enger Zusammenarbeit mit den entwicklungspolitischen Partnern vor Ort. Der Arbeitskreis bietet auch Raum für allgemeinen Erfahrungsaustausch und entwicklungspolitische Diskussionen.

Nächste Termine siehe

Seminare zu entwicklungspolitischen Themen

Neben Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen des „Arbeitskreises MigrantInnen und Entwicklungszusammenarbeit“ werden – vor allem in Zusammenarbeit mit STUBE Baden-Württemberg (entwicklungspolitisches Studienbegleitprogramm für Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika) – Seminare zu entwicklungspolitischen Themen durchgeführt, die interessierte MigrantInnen sowohl hinsichtlich einer möglichen EZ-Projektarbeit als auch zu Multiplikatoren entwicklungspolitischer Bildungsarbeit qualifizieren sollen. Bei den Maßnahmen auf dem Gebiet der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit geht es stets um Bildungsarbeit sowohl für als auch von MigrantInnen.

behandelte Themen siehe:

http://www.stube-bw.de/

Öffentlichkeitsarbeit für die Vereine

Um die Öffentlichkeitsarbeit der Migrantenvereine zu unterstützen, wird in der Zeitschrift „Interkultur Stuttgart“ über deren entwicklungspolitische Aktivitäten berichtet. Auch beim Sommerfestival der Kulturen erhalten Migrantenvereine die Möglichkeit, vor einem großen Publikum ihre entwicklungspolitische Arbeit sowie ihr soziales Engagement darzustellen.

Der Fachbeirat

Ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsbereichs „Diaspora und Entwicklungszusammenarbeit“ ist der ebenfalls 2007 geschaffene Fachbeirat. Er berät die Projektstelle sowie den Arbeitskreis MigrantInnen und Entwicklungszusammenarbeit. Die mittlerweile 15 ehrenamtlichen Mitglieder des Fachbeirates sind Vertreter von Institutionen und Organisationen, die sich seit vielen Jahren mit Entwicklungspolitischer Bildungsarbeit beschäftigen. Somit können die Mitglieder des Fachbeirates wichtige Impulse geben bzw. die nötige Expertise für die Auseinandersetzung mit diesem Thema mitbringen. Auch die Fachtagung „Migration, Diaspora und Entwicklungszusammenarbeit“ am 13. und 14. Februar 2009 im Rathaus Stuttgart “ entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat.

Fachtagung „Migration, Diaspora und Entwicklungszusammenarbeit“

Die im Februar 2009 stattgefundene und vom Forum der Kulturen organisierte Fachtagung hatte eine wichtige Vernetzungsfunktion zwischen Diasporagemeinschaften und EZ-Organisationen. Mit dieser in der Form deutschlandweit einmaligen Fachtagung nimmt Stuttgart eine Vorreiterrolle beim Thema Migration und Entwicklung ein und wurde auch auf der Fachtagung mehrfach als ‚Leuchttum’ bezeichnet.

Die Fachtagung informierte ausführlich über die Potenziale von Migrantenvereinen und

Diasporagemeinschaften für die Entwickungszusammenarbeit und diskutierte Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen Diasporagemeinschaften und EZ-Organisationen.

Vor allem aber gab die Fachtagung den teilnehmenden Migrantenvereinen die Gelegenheit, ihre entwicklungspolitischen Vorstellungen und Projekte zu präsentieren. Gleichzeitig lernten sie Fördermöglichkeiten und Eingangstrukturen der in der Entwicklungszusammenarbeit tätigen Organisationen kennen.

Die ausführliche Dokumentation dieser Fachtagung ist in Arbeit und finden Sie in Kürze auf unserer Homepage.

Aufbauend auf dem Erfolg und den Erfahrungen mit dieser Veranstaltung wird es am 23. und 24. April 2010 eine zweite Fachtagung mit dem TitelMigrantinnen und Migranten als Akteure und Partner in der entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit“ geben. Ausgangspunkt der Tagung ist der Umstand, dass zum einen die meisten Bildungsträger bislang noch wenig Kenntnisse und Erfahrungen mit MigrantInnen als Experten bzw. Trägern entwicklungspolitischer Bildungsarbeit haben, zum anderen haben viele entwicklungspolitisch tätige Migranten(-organisationen) noch wenig Erfahrung bzgl. einer effizienten Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit aber auch keinen Überblick über entsprechende Fördermöglichkeiten, geschweige denn entsprechende Kontakte. Hier soll die Tagung versuchen, Abhilfe zu schaffen.